RK-Redaktion

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Grund: Desinteresse und fehlende Transparenz

Deutschlands Privathaushalte und Gewerbebetriebe verschenken jährlich sieben Mrd. Euro, weil sie keinen billigeren Stromtarif wählen. Zu diesem Ergebnis komm das Onlineportal "preisvergleich.de" Die Betreiber hatten in der 17.KW mitgeteilt, das für 120 Städte jeweils die Stromkosten des Grundversorgers und des jeweils günstigsten Mitbewerbers zum 1.4.2012 verglichen wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: nur 44 % der deutschen Haushalte wechselten zu einem preiswerten Mitbewerber, 56 % blieben hingegen beim teuereren Grundversorger und hatten auch nur den Basistarif geordert. Allein bei den etwa 863 Tausend Berliner Privathaushalten summiert sich dieses Desinteresse auf ein stolzes Sümmchen von 322 Mio. EUR, die schlicht und einfach zu viel gezahlt werden. In Hamburg sind es 423.551 Privathaushalte, die ihren Stromversorger nicht wechselten und damit 156 Mio. EUR verschenkten. In den meisten Städten, so der Onlineportalbetreiber, könnten die Privathaushalte Ihre Stromkosten praktisch halbieren, wenn sie sich nur ein klein wenig die Mühe machen würden, die Angebote zu vergleichen.  Freilich muß man beim Vergleich auf der Hut sein, da nicht alles Gold ist, was glänzt. Ergo: man muß auch einen Blick auf das Kleingedruckte werfen, da größere Einsparsummen oft zeitlich limtiert sind, als Lockangebote offeriert werden, lange Vertragslaufzeiten haben oder Vorkasse gefordert wird. Und oft  gelten die günstigeren  Tarife nur so lange, wie die Preise an der EEX-Strombörse nicht steigen. 

Für Gewerbekunden ist der Preisvergleich ohne Honorarberatung fast unmöglich, da diese nur Angebote von Ortsversorgern vergleichen können.  Dem vermeintlich günstigsten Anbieter wird dann der Lieferzuschlag für meistens 1-2 Jahre erteilt. Hier verhalten sich die Betriebe wie ein Privathaushalt und verschenken damit mangels besseren Wissens und oft anzutreffendem Desinteresses Mio Euro pro Jahr, weil die wirklich interessanten Preisabschläge nicht zwischen den einzelnen Ortsversorgerangeboten gewährt werden, sondern über Strom-und Gaseinkäufer und der EEX-Strombörse in Leipzig auf dem Parkett verhandelt werden. Die Strom-und Gaseinkäufer sichern sich auf diese Weise hohe Margen und geben einen Teil davon zu einem späteren Zeitpunkt an die Gewerbebetriebe wieder ab. Diese könnten durch Einschaltung eines Energieberatungsunternehmens zusätzlich Kosten einsparen. Die durch Honrarberatung gewonnenen zusätzlichen Einspareffekte übersteigen den günstigsten Marktanbieter i.d.R. um ein Vielfaches. Möglich wird das durch Börsenstichtagsorder oder durch Abschluß eines Termingeschäftes (Phelix-Future). Den dafür erforderlichen Marktüberblick hat der einzelne Gewerbebetrieb nicht. Eigenes Personal wird für dieses defizile Geschäft ebenfalls nicht zur Verfügung gestellt und die Geschäftsführer haben andere Prioritäten. Ein paar Tausend Euros pro Jahr zusätzlich einzusparen, erscheint Ihnen oft die Mühe nicht wert zu sein. Und wenn ein Energieberatungsunternehmen eingeschaltet wurde, dann lassen diese sich ihre Arbeit meistens fürstlich belohnen. Heißt konkret: von der ermittelten Einsparsumme wird oft 40 - 50 % einbehalten. Diese Erfahrung haben wir mit unserer Tochterfirma, dem Deutschen Energiedienst, oft gemacht. Und es brauchte schon eine ganze Menge Energie und Zeit, um einige Gewerbebetriebe von den hohen Einsparmöglichkeiten via Börsenstichtagsorder bzw. der Ermittlung eines bundesweiten Bestanbieters zu überzeugen. 

Die meisten Firmen ordern Ihren Srom jedoch kurz vor Ablauf des Versorgervertrages und damit verschenken sie viel Geld. Denn dieser Orderzeitpunkt berücksichtigt nur die Mitbewerberangebote, der Strompreis an der Börse kann dann aber gerade besonders hoch gehandelt werden. Die Versorger geben diesen höheren Preis selbstverständlich an den Endverbraucher weiter. Ganz schlaue Gewerbetriebe glauben, daß Sie duch den Abschluss eines sog. Rahmenvertrages eine zusätzliche Einsparung generieren können, die sie als Einzelkunden nicht haben, um sich die Honorarkosten zu sparen. Das ist zwar grundsätzlich richtig, die Betriebe verkennen aber, daß diese - verglichen mit den börsennotierten Preisen - i.d.R. sehr geringen Einsparquoten an Bedingungen geknüpft sind, die oft nicht viel bringen. Hierzu gehört z.B. eine lange Vertragslaufzeit und die Bindung an einen bestimmten  Versorger.    

Große Industriebetriebe brauchen meistens überhaupt keinen Energieberater, da sie als Einkäufer direkt mit der Strombörse verhandeln können. Diese Exklusivität hat in 2011 dazu geführt, daß die Strompreise für gr. Industriebetriebe um satte 26 % gesunken sind, während die Strompreise am Markt seit 2008 um 44 % gestiegen sind. Obendrein wurden die energieintensiven Großbetriebe von der Netzentgeltabgabe durch die Politik befreit. 

 

vgl.hz.a. WAZ vom 26.4.2012 und Revierkohle vom 29.4.2012         

        

 

Montag, den 23. April 2012 um 15:59 Uhr

Telekom steigt ins Energiegeschäft ein

Aufbau, Wartung und Fernsteuerung von dezentralen Blockheizkraftwerken geplant

Telefon und Mobilfunk gehören zum Kerngeschäft der Deutschen Telekom AG. Dort brechen allerdings seit einiger Zeit aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks und der regulativen Vorgaben der Bundesnetzagentur die Gewinne weg. Deshalb steht Geschäftsführer Obermann unter Druck und muß neue Einnahmequellen generieren. Fündig geworden ist das Unternehmen im Stromsektor. Mit der Vernetzung, Vermietung, Aufstellung und Wartung von dezentralen kl. Kellerkraftwerken ( Blockheizkraftwerken = BHKW) will die Telekom künftig das große Geld machen. Vor allem Stadtwerke möchte die Telekom als Kunden gewinnen. Kleine Blockheizkraftwerke bestehen aus einem Motor, der sowohl Warmwasser als auch Strom liefert und können auch nachträglich in Ein-und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbebetriebe installiert werden. Vater Staat subventioniert die BHKW´s mit bis zu 3.450 EUR. Die Stadtwerke sollen die BHKW´s als virtuelles Kraftwerk per Knopfdruck fernsteuern, um die schwankenden Stromlieferungen von Windparks und Solaranlagen auszugleichen. Der BHKW-Hersteller Motoren AT rechnet mit einem Boom, weil die Bundesregierung den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung von derzeit 16 aufd 25 % steigern möchte. VW plant ein ähnliches BHKW auf der Basis  umgebauter Automotoren.  Die Fa. Lichtblick möchte in den nächsten Jahren rd. 100.000 "Zuhause-Kraftwerke" mit einer Gesamtleistung von 2 Gigawatt installieren. Das entspräche einer Leistung von zwei AKW´s.          

 Welche Risiken und welche Chancen dieses Unterfangen birgt, darüber wird Revierkohle im nächsten Jahrbuch für Energiepolititk und Montankultur ausführlich berichten. Nichtmitglieder erhalten das Jahrbuch ab Jan. 2013 bei Amazon und Buchwerft.de.        

Montag, den 23. April 2012 um 15:21 Uhr

Altkraftwerke werden abgeschaltet

E-ON muß Datteln 1-3 und Shamrock bis Ende 2012 abschalten

Der Energiekonzern E-ON darf die Altkraftwerke Datteln 1-3 und das Kraftwerk Shamrock in Herne auf dem Gelände des ehem. Bergwerks General Blumenthal 11 aufgrund eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts in Münster nach dem 31.12.2012 nicht mehr weiter betreiben. Das Unternehmen kann auch nicht den Ende 2006 erklärten Verzicht auf die Betriebsgenehmigung widerrufen. Aufgrund von Verzögerungen am neuen Kraftwerksblock Datteln 4 ( siehe Revierkohle-Jahrbuch 2011) wollte E-ON die alten Kraftwerke länger in Betrieb lassen als vorgesehen. Das Landesumweltministerium kam jedoch zu dem Ergebnis, daß die Stilllegungserklärung unwiderruflich sei. Dagegen hatte das Unternehmen geklagt. Allerdings entsteht durch die Zwangsabschaltung kein Versorgungsengpass, betonte E-ON. 

Für die Deutsche Bahn AG könnte es aber zu Versorgungsengpässen kommen, falls die Änderung des Flächennutzungsplanes für das neue Kraftwerk Datteln 4 nicht genehmigt werden sollte, da das Dattelner Kraftwerk speziellen Bahnstrom liefert.  Die Stadtverwaltung stellte der Öffentlichkeit im März 2012 ihre Eckdaten vor und erläuterte, wie das Bauvorhaben doch noch plaungsrechtlich konform ans Stromnetz gehen kann. SPD, CDU und sogar die FDP stimmten für den geänderten Planungsentwurf. Die Linke sowie erwartungsgemäß die Grünen waren dagegen. Anfang Mai soll nunmehr die Öffentlichkeit beteiligt  werden. E-ON hat zwischenzeitlich einige Kompromissvorschläge auf den Tisch gelegt, um das Bauvorhaben doch noch erfolgreich zu Ende führen zu können. Das Kohlenlager soll nun von ursprünglich angedachten 270.000 Tonnen SKE-Fassungsvermögen auf rd. 180.000 T SKE verkleinert und mit einem begrünten Sichtschutz versehen werden. Zwischen Kraftwerk und Kohlenlager soll ein Grüngürtel entstehen. 

vgl.hz.a. WAZ v. 20.3.2012 und 21.3.2012                                                                                                                                    

Montag, den 23. April 2012 um 15:10 Uhr

Hochtief will Energiegeschäft ausbauen

Ausbau von Stromnetzen und Pumpspeicherwerken im Blick

Der Baukonzern Hochtief will sein Geschäft im Bereich der Energiewirtschaft ausbauen und nimmt deshalb rd. 25 Mrd. EUR in die Hand. Im Blick hat das Unternehmen die Bereiche Offshore-Windenergieparks, Stromnetzinfrastruktur und den Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken. In der Nord und Ostsee stehen derzeit 60 Offshore-Windparks zur Genehmigung an. Als Bauherr will Hochtief allerdings nicht auftreten, sondern nur als Projektentwickler. 2011 hatte der Essener Baukonzern wegen hoher Abschreibungen bei der australischen Tochter Leighton rote Zahlen geschrieben. 

 

vgl. hz. a. Westfälische Nachrichten v. 19.4.2012   

 

Sonntag, den 18. März 2012 um 12:04 Uhr

Öl-Produktion auf 30 Jahreshoch

Internationale Energie-Agentur warnt vor Versorgungslücke

In der 11. KW kletterte der Ölpreis pro Barrel (=159 Ltr.) auf knapp 97 EUR. Mit 31,42 Millionen Barrel pro Tag ist die Ölproduktion damit seit drei Jahren auf den höchsten Stand angestiegen. Mit 10 Millionen Barrel pro Tag ist die saudische Ölproduktion nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) sogar auf einem 30-Jahres-Hoch gestiegen. Zwar sehen die Experten des Forschungsinstitutes IW in Halle und der Beratungsfirma Kiel Economics die Erhöhungen für überschaubar an, doch die Alarmsignale mehren sich. Besonders die kriselnden EU-Mitgliedsländer leiden unter dem rasanten Preisanstieg. Vor allem wegen die Irankrise und die Spannungen in Syrien haben den Preisschub beim Rohöl verursacht. Die IEA erwartet für die kommenden Monate eine unruhige Zeit am Ölmarkt. Sie sieht die Gründe vor allem durch den Rückgang des Öl-Angebotes, welches nicht aus den Opec-Staaten stammt, verortet. Für 2012 wird eine wachsende Nachfrage um 800.000 Barrel pro auf rd. 90 Mio. Barrel pro Tag erwartet. Diese Nachfrage würde vor allem aus Asien stimuliert. Norwegen, Kanada und Russland werden dagegen 200.000 Barrel Öl weniger in 2012 auf den Markt bringen. Das Angebot reduziert sich daduch insgesamt auf 53,5 Mio. Barrel pro Tag. Nach Inkrafttreten der US-Sanktionen gegenüber dem Iran aufgrund eines vermuteten Atombombenbaus wird die iranische Ölproduktion nach Ansicht der IEA auf rd. 800.000 Barrel pro Tag zurückgehen. Das wiederum hat Einfluss auf die Preisbildung. 

Am 16.3.2012 sorgte ein Gerücht an der Ölbörse für Aufruhr. Danach plane die US-Regierung eine Freigabe der strategischen Ölreserven, um einen weiteren Preisanstieg zu verhindern. Nach dem Dementi der Regierung stabilisierte sich der Ölpreis wieder. Brent-Öl kostete in der 11. KW unverändert 122,62 US-Dollar.  Rohstoff-Experte Friesen von der Fa. Societe Generale geht davon aus, daß der Ölpreis nach und nach anziehen wird, je näher weitere Sanktionsstichtage gegen den Iran näherrücken. Die holländische Fluggesellschaft Aire-France KLM hat u.a. aufgrund des hohen Ölpreises 809 Mio. EUR Verluste in 2011 eingefahren. Und das eh schon stark gebeutelte Griechenland muß noch größere Anstrengungen unternehmen, um sich von der Öl-Abhängigkeit aus dem Iran zu befreien. Das Land bezog Ende 2011 fast 70 % seines Öl-Bedarfs aus dem Iran. Am 1. Juni 2012 wird auch die EU das Land boykottieren, um den Bau einer Atombombe zu verhindern.

 

vgl. hz.a. financial times v. 14.und 15.3.2012, Handelsblatt vom 16.3.2012, Manager-Magazin vom 07. und 08.03.2012 

 

     

 

 

 

Freitag, den 09. März 2012 um 10:55 Uhr

RAG-Stiftung: geboten werden 1,1 Mio EUR

Parteien-Streit um neuen Chef 

Im Ringen um die Nachfolge des im Sommer 2012 ausscheidenden RAG-Stiftungsvorstandes Wilhelm Bonse-Geuking ist immer noch keine Einigung in Sicht. Und das hat gute Gründe. Zum einen weckt das Jahresgehalt von rd. 1,1 Mio. EUR in einer Schnäppchengesellschaft wie der unseren immer Begehrlichkeiten und zum anderen ist der Posten mit jeder Menge Einflussmöglich-keiten verbunden. Denn die RAG-Stiftung ist Eigentümerin von Evonik ( der früheren Ruhrkohle AG) und der RAG Deutsche Steinkohle AG und ab 2018 zuständig für die Abwicklung der sog. Bergbau-Ewigkeitslasten. Dafür stehen der Stiftung z.Zt. rd. 1 Mrd. EUR zur Verfügung. Im Kuratorium der Stiftung sitzen neben Vertretern der IGBCE u.a. Politiker aus allen Parteien. Kuratoriumschef Ulrich Hartmann, die saarl. MinPräs. Annegret Kramp-Karrenbauer und die NRW-CDU wollen die Wiederwahl des früheren RAG-Chefs Werner Müller verhindern. Schon 2007 verhinderte der damalige CDU-MinPräs. Jürgen Rüttgers die Wahl von Werner Müller, weil der sich für die SPD im Wahlkampf 2005 als Parteiloser starkgemacht hatte. Als Alternative zu Müller ist der ehem. E.ON-Chef Lutz Feldmann sowie der Staatssekretär im BM der Finanzen, Werner Gatzer, im Gespräch. NRW-MinPräs. Hannelore Kraft (SPD) favorisiert dagegen Werner Müller. Obschon es sich bei der Besetzung um eine Art Aufsichtsrat handelt, für den oft nicht mehr als "nur" 250.000 p.A. gezahlt werden, soll der neue RAG-Stiftungschef ein Jahresgehalt von 1,1 Mio EUR erhalten. Er würde damit sogar noch 300.000 EUR mehr erhalten, als der bisherige Stiftungschef Bonse-Geuking. Das werden viele RAG-Kumpels wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen können.  Am 23. 3.2012 sollen die Würfel fallen.  

 

vgl. hz.a. WAZ vom 6.3.2012, RP-Online vomn 6.3.2012 und 7.3. 2012; Handelsblatt vom 6.3.2012   

Freitag, den 09. März 2012 um 09:44 Uhr

Braunkohle wird zum wichtigsten Energielieferanten

Folge des AKW-Ausstiegs

Wer hätte das gedacht: aufgrund des (erneut) beschlossenen Ausstiegs aus der Kernkraft und der Abschaltung von 8 Atomkraftwerken ist in Deutschland die Braunkohle nunmehr wieder zum wichtigsten Energie-lieferanten geworden. Der Verbrauch stieg in 2011 um 3,3 %. an. Der C02-Ausstoß ging aufgrund des milden Winters um 3,9 % zurück. Das geht aus den Daten der AG Energiebilanzen hervor. Revierkohle-Chef Blach verwundert diese Entwicklung nicht, da man in einem Industrieland wie der Bundesrepublik nicht gleichzeitig aus der Atomkraft und aus der Kohleproduktion ohne drastische Kostensteigerungen  aussteigen kann. Würden genügend Forschungsmittel in die diversen Abscheidetechniken (Stichwort: CCS, Capter Carbon and Storage-Verfahren) investiert, könnten alle Kohlekraftwerke in rd. 20 Jahren genau so umweltfreundlich Strom produzieren, wie Wind-und Photovoltaik-Anlagen, weil diese dann kaum noch Kohledioxide ausstoßen würden. Wer glaubt, diese Brückentechnologie wäre trotzdem nicht hinnehmbar, der solle einmal schlüssig erklären, wie die regenerativen Energieträger Strom jederzeit schwankungsfrei und zu bezahlbaren Preisen liefern können. Um die Antwort vorweg zu nehmen: sie können es nicht. Sicher, daß Problem ließe sich durch den Umbau der Netzinfrastruktur hin zu einem Gleichstrom-Verteilnetz reduzieren, aber die Kosten in Höhe von über 300 Mrd. EUR für rd. 4000 km neue Stromtrassen müßten von der Industrie und den privaten Verbrauchern aufgebracht werden. Und dann wären wir immer noch nicht bei 100 % Öko-Strom, sondern nur bei rd. 45 %. Ergo: die Erzeugung von Strom aus Braun-und Steinkohlekraftwerke in der Grund-und Mittellast wird als Übergangstechnologie noch etliche Jahre bedeutungsvoll bleiben. Wir können damit gut leben, zumal in der öffentlichen Diskussion bisher viel zu wenig darüber diskutiert wurde, daß für die Produktion von Öko-Strom die Umwelt ebenfalls erheblich belastet und für die Produktion dieser Anlagen jede Menge Energie benötigt wird. Und die Entsorgung von Photovoltaik-und Windkraftanlagen wird die Umwelt auch noch belasten, weil sich in den Materialien jede Menge Giftstoffe befinden.     

vgl. hz. a. financial times vom 7.3.2012 und Revierkohle vom 9.3.2012  

Dienstag, den 06. März 2012 um 10:18 Uhr

Endlich: Bundesregierung reduziert Solar-Beihilfen

Grund: Solarstrom ist ineffizient und unwirtschaftlich

Die Bundesregierung hat am 29.2.2012 eine drastische Kürzung der Solarstrom-Beihilfen um rd. 20 Ct. auf 13,5 bis 19,5 Ct je kWh beschlossen, da bisher 50 % der gesamten Ökostrom-Subventionen auf die Förderung der Solarstromherstellung entfielen. In einer ersten Stellungnahme äußerte sich Revierkohle-Chef Blach zu den Kürzungen der Solar-Beihilfen und sprach von einem Schritt in die richtige Richtung, da es nicht sein kann, daß in eine regenerative Energiegewinnungstechnik, die gerade einmal 1,9 % am Gesamtenergiemix ausmacht, seit 2008 mehr als 100 Mrd. EUR an Steuergelder verpulvert wurden. Auch im Hinblick auf den geringen thermischen Wirkungsgrad von rd. 10 % der meisten Photovoltaik-Anlagen ist die Kürzung der EEG-Einspeisevergütung mehr als gerechtfertigt. Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt hält die Kostendeckelung sogar für unzureichend. Im Nachinein ist heute auch kaum noch zu verstehen, daß die Förderung für private solare Dachanlagen noch in 2008 mit 46,7 Ct je kWh und 2011 noch rd. 29 Ct je kWh Einspeisevergütung für Anlagen gezahlt wurden, die vor allem bei Passivhäusern einen sehr geringen absoluten Ertrag in kWh ausweisen. Solarstrom ist darüber hinaus auch wenig effizient, da die Anlagen Gleichstrom erzeugen, der wiederum durch Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt werden muß. Außerdem unterliegt jede Solaranlage tages-und jahreszeitlichen Schwankungen und deshalb müssen zusätzlich Reservekraftwerke bereitgestellt werden. Auch bei der Herstellung ist die Solartechnik alles andere als "Öko." Sie verbraucht nämlich jede Menge Energie und giftige Chemiekalien, die keineswegs emissionsfrei erstellt werden (können). Eine Branche, die nunmehr schon seit rd. 15 Jahren am Tropf des Staates hängt und durch chinesische Solaranbieter immer mehr ins Hintertreffen gerät, ist nicht wettbewerbsfähig. Das zeigt das Beispiel der Fa. Scheuten Solar in Gelsenkirchen. Die Firma hat Insolvenz angemeldet. Oberbürgermeister Baranowski wird wohl vergeblich die gezahlte Solarstromförderung zurückfordern. Die Kohle wurde bisher zwar auch staatlich subventioniert, hat aber eine wesentlich höhere Produktivität entfaltet und in früheren Jahren bis zu 600.000 Menschen Arbeit gegeben. Auch ist der Anteil am Gesamtenergiemix mit über 50 % mehr als bedeutungsvoll zu nennen. Was liegt da näher, unverkrampft darüber nachzudenken, ob nicht das von der Presse jahrelang gescholtene Schmuddelkind der Nation zu neuen Ehren zu verhelfen, indem die alten Kohle-Kraftwerke umweltfreundlich modernisiert werden und für einige Jahrzehnte als Brückentechnologie wertvolle Dienste leisten können. Das hätte nebenbei den Effekt, daß Strom für die energieintensive Industrie bezahlbar bleiben würde.  

vgl. hz. a.: Solarkritik.de; WAZ v. 1.3.2012 u. 5.3.2012; HAB v. 5.3.2012; financial times v. 06.03.2012; Handelsblatt vom 23.2.2012  und Revierkohle vom  3.3.2012           

 

Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 13:41 Uhr

GLENCORE und XSTRATA besiegeln Mega-Fusion

Bergbau-Konzern und Rohstoffhändler schließen sich zusammen

Auf dem Rohstoffmarkt entsteht ein neuer Mrd. schwerer Großkonzern. Das Bergbau-Unternehmen Xstrata und der schweizerische Rohstoffhändler Glencore wollen sich zusammenschließen. Aktionäre und das Kartellamt müssen noch zustimmen. Das neue Unternehmen deckt  die gesamte Wertschöpfungskette von der Kohlenförderung, über den Verkauf und Transport von Rohstoffen ab und vereint auf sich einen Jahresumsatz von 210 Mrd. US-Dollar. Was die Phantasie  der Vorstände beflügeln dürfte, löst bei den Teilnehmern am Rohstoffmarkt, insbesondere den Kraftwerksbetreibern und der produzierenden Industrie nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Verständlich, denn bei so viel geballter Marktmacht können natürlich auch die Preise diktiert werden. Nach der Fukushima-Atom-Katastrophe in Japan in 2011 steigt seitdem der Kohlepreis stetig an. Für eine Tonne Kohle ist Japan mittlerweile bereit, 120 Dollar zu bezahlen. Das entspricht  einem Anstieg von mehr als 70 % gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre. Hinzu kommt, das Glencore und Xstrata wie kaum ein zweiter Anbieter über die Versorgungslage in einzelnen Ländern genau Bescheid weiß. Das sollte die Aufsichtsbehörden - so z.B. die EU-Kommission - alarmieren und sie sollten sich vertieft mit den Rohstoffmärkten beschäftigen. Übrigens auch ein Grund, warum Revierkohle sich für den Erhalt mindestens einer Forschungszeche nach ( dem unverständlichen ) Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus 2018 einsetzt.

vgl. hz.a. Financial Timesv. 7.2.2012

 

Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 13:18 Uhr

Winterfolgen: Reservekraftwerke mußten zugeschaltet werden

Steinkohle-Großkraftwerke in Mannheim und Österreich sicherten die Stromversorgung 

Da schau an: kaum wird es ein wenig kälter in Deutschland, droht schon fast der Energienotstand. Und schon änderte sich die veröffentlichte Meinung ruck zuck und die gute alte Kohle war wieder gefragt. Es mußten wegen ein paar Tagen Kälte sogar die sog. Kaltreserven hochgefahren werden. Auch aus Österreich mußten Reservekapazitäten aus dortigen Steinkohlekraftwerken in Anspruch genommen werden. In Deutschland gibt es fünf Reservekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rd. 1000 Megawatt. Die Bundesnetzagentur versicherte zwar, daß in Deutschland kein Blackout drohen würde und die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet sei, räumte jedoch auf Nachfrage ein, daß die Situation im Falle einer längeren Kälteperiode problematisch werden könnte. Netzbetreiber Tennet erläuterte, daß die Stromversorgung insbesondere in den Abendstunden bei einer längeren Kälteperiode problematisch werden könnte, da zu wenig Strom aus Wind-oder Solarenergie zur Verfügung stehe. Dieser Strom könnte aber den Rückbau des Atomkraftwerksstroms nicht ersetzen. 

vgl. hz. a. WAZ v. 9.2.2012; Bundesnetzagentur Internetseite 

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