2021 geht das letzte Atomkraftwerk vom Netz 
Die Bundesregierung hat in der Atompolitik nach dem Supergau in Fukushima eine 180-Grad-Wende vollzogen. Am 30.5.2011 verkündete Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) der staunenden Öffentlichkeit, daß die BR nunmehr einer Verlängerung der ursprünglich beschlossenen Laufzeitverlängerung abschwört und die Stilllegung aller Atommeiler bis spätestens 2021 mit Ausnahme einer sog. kalten Reserve beschlossen hat. Ob der Ausstiegsbeschluß von den AKW-Betreibern angefochten wird, ist noch offen. RWE erwägt rechtliche Schritte, da sich die Einnahmen von RWE um rd. 1,3 Mrd. EUR verringern werden. Noch höhere Verluste wird wohl E.ON als größter AKW-Betreiber einfahren. Aber was ist schon solch ein Verlust wert, wenn es um Mio. von Menschenleben geht? Auch die CSU will sich nun der Suche nach einem neuen Endlager für die alten Brennelemente nicht mehr entziehen. CSU-Chef Horst Seehofer hat sich dafür ausgesprochen, das alle geologischen Daten noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden sollen, um Alternativen zu dem umstrittenen Salzstock in Gorleben zu finden. Wie dem auch sei: teuer wird es für den Vebraucher so oder so. Denn der Rückbau wird Jahrzehnte dauern. Ebenso wie die zunächst jahrelange oberirdische Abkühlung der Brennelemente sowie die anschließende dauerhafte (und sichere?) unterirdische Entsorgung.
Wir von Revierkohle haben immer schon gesagt "Steinkohle strahlt nicht." Das hat auch die Bundesregierung begriffen und will bei Energieengpässen verstärkt auf fossile Kraftwerke zurückgreifen. Trotz der absehbaren Engpässe in der Stromversorgung und der enormen Preissteigerungen, die bei einem schnelleren Ausbau der regenarativen Energieträger zu erwarten sind. Die der BR nahestehende Deutsche Energieagentur rechnet mit bis zu 5 Ct pro kWh höheren Stromkosten, die Grünen nur mit 1 bis 1,5 Ct pro kWh bis 2020 . Dazwischen wird wohl die Wahrheit liegen. Da bezahlbare Stromkosten genau das Problem in den nächsten Jahren sein wird, plädieren wir abermals an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern und fordern von Ihnen die tatkräftige Unterstützung für eine umweltfreundliche Erneuerung alter Kraftwerke, da diese in den nächsten 20-30 Jahren die Brückentechnologie ins regenerative Energiezeitalter sein werden. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist aber nur zu bekommen, wenn diese so wenig Co2 wie möglich ausstoßen. Am besten: überhaupt nichts. Das das möglich ist, zeigen die erfolgreichen Entsorgungsbemühungen der geologischen Forschungsanstalt des Helmholtz-Instituts in Ketzin. Dort hat in einem Großversuch Vattenfall vor einigen Wochen erfolgreich 23 Tonnen Co2 unterirdisch verpressen lassen. Dank CCS-Technologie. (Capter- Carbon and Storage-Verfahren)
Noch wichtiger wird sein, daß die Bundesregierung bis 2018 erkennt, daß trotz Ausstiegsbeschlusses aus dem subventionierten Deutschen Steinkohlenbergbau der Zugang zu den über 300 Jahre noch vorhandenen Lagerstätten nicht endgültig aufgegeben werden darf. Denn der Rohstoffmarkt ist unberechenbar. Wir plädieren daher gemeinsam mit den Bergbauzulieferern und der Landesregierung von NRW für den Erhalt einer Forschungszeche in NRW.
vgl.hz.a. financial times deutschland vom 30.5.2011 und Revierkohle vom 4.6.2011
