Sonntag, den 08. Mai 2011 um 12:42 Uhr

Endlich: die C02-Entsorgung im Großversuch hat begonnen

Artikel bewerten
(0 votes)

Die ersten 23 Tonnen wurden unterirdisch verpresst

Unter dem Motto " die Kohle wird klimafreundlich" berichtete Revierkohle im Jahresband "Montankultur-Rückblick" 2009 bereits ausführlich über die Bemühungen des Geoforschungszentrums (GFZ) in Ketzin bei Brandenburg über das Bemühen, die Folgen einer großflächigen  unterirdischen Verpressung  von Kohlendioxid auf die Umwelt zu untersuchen.  Diese Untersuchungen wurden mit Hilfe des sog. "Carbon Dioxide Capture and Storage-Verfahrens " ( CCS) seit 2006 erfolgreich durchgeführt. Das Projekt " Co2-Sink" war erfolgreich insofern, als daß nachgewiesen werden konnte, daß kein Co2 durch die porösen Sandsteinschichten zu Tage trat. Auf neuer gesetzlicher Grundlage wurde nunmehr ein Großversuch gestartet. Vattenfall lieferte am 4.5.2011 mit einem Tanklastwagen 23 Tonnnen flüssiges Co2 aus der Versuchskleinkraftwerksanlage  Schwarze Pumpe, die in den kommenden vier Wochen sukzessive unterirdisch in 650 m Teufe verpresst werden sollen.  Wenn dieser Großversuch ebenfalls erfolgreich verlaufen sollte, würde die Technik bald ihre markftfähige Anwendungsreife erlangen. Das wäre nicht nur für die Akzeptanzförderung wichtig, sondern auch ein Meilenstein im Hinblick auf die erhoffte Verwirklichung der Idee, daß Kraftwerke fast emissionsfrei Kohle verfeuern können, wenn gleichzeitig nachgewiesen werden könnte, daß die unterirdische Verpressung von C02 auch langfristig keine verherrenden Umweltschäden durch Wiederaustritt verursacht. Gleichzeitig würden wir damit unseren Gegnern ein für allemal den Zahn gezogen haben. Das diese Hoffnung keine wirklichkeitsfremde Illusion ist, zeigt die Tatsache, daß die natürlich vorhandenen Erdgasfelder in Jahrtausenden ebenfalls sicher verkapselt im Erdinneren schlummern und das es trotz Anbohrungen- ander als beim Öl - bisher zu keinen größeren Umweltschäden gekommen ist. Unsere Hoffnung konzentriert sich darüber hinaus auf die Verpressung von C02 in sog. salinen Aquiferen. Das sind poröse und salzwasserhaltige Gesteinsschichten in 800 bis 1000 m Teufe, die den unschätzbaren Vorteil haben, daß sie in der Lage sind, Kohlendioxid wie einen Schwamm aufzusaugen. Zusätzliche Sicherheit bieten die in der Regel in solchen Biotopen vorkommenden gebirgigen undurchlässigen Deckschichten.  Die Forschung auf diesem Gebiet bleibt spannend und schreitet schnell voran. Negativ schlägt dabei allerdings zu Buche, daß der derzeitige technische CCS-Entwicklungsstand eine Reduzierung des Wirkungsgrades eines Kraftwerkes bis zu 15 % zur Folge hat. Dieses Problem muß reduziert werden, da ansonsten die Wirtschaftlichkeit eines Kraftwerkes in Frage steht.

vgl. hz.a. Der Spiegel vom 4.5.2011 und Revierkohle vom 7.05.2011

Letzte Änderung Sonntag, den 08. Mai 2011 um 13:25 Uhr

Sie finden uns auch bei:

Twitter: revierkohle Facebook: pages/Revierkohle-BV-eV/220815010967 Linked In: bernhardblach