Hoher Ölpreis bedroht das wirtschaftliche Wachstum
Die Internationale Energieagentur (IEA) in Brüssel sieht in dem drastischen Anstieg des Ölpreises auf 108 US-Dollar pro Barrel Öl (= 159-Liter-Faß) aufgrund der Unruhen in Libyen eine ernsthafte Gefahr für das weltweite Wirtschaftswachstum. Der Ölpreis schoß aufgrund eines vorübergehenden Förderstopps in Libyen auf 108 US-Dollar pro Barrel Öl. (= 159 Liter-Faß). Das ist der höchste Preis in zweieinhalb Jahren. Dieser drastische Anstieg würde nach Ansicht der Internationalen Energieagentur in Brüssel (IEA) das wirtschaftliche Wachstum weltweit gefährden, sollten die Unruhen anhalten oder sich gar ausweiten. Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch sieht daher auch den Grund des Preisanstiegs hauptsächlich in der Angst begründet, daß sich die Unruhen auch auf die saudischen Emirate ausweiten könnten. Der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich bin Dhaen al-Hamli, beruhigte die Öffentlichkeit aber sogleich, indem er darauf hinwies, daß Libyen nur rd. 1,6 Mio Barrel Öl pro Tag fördern würde, während die OPEC das sechsfache an Öl pro Tag fördern würde. Die in der IEA zusammengeschlossenen 28 Industriestaaten verfügen darüber hinaus über eine Notfallreserve von 1,6 Milliarden Barrel Öl. Eine solche Menge reicht aus, um Lieferausfälle in mehreren Ländern für eine kurze Zeit zu überbrücken. Für Deutschland ist Libyen allerdings der fünftwichtigste Lieferant von Öl und Erdgas. Die Verbraucher bekommen das dieser Tage daher auch deutlich an den Tanksäulen zu spüren. Der Sprit stieg stellenweise auf über 1,53 EUR pro Liter Superbenzin. Nach Einschätzung des luxemburgischen Notenbankchefs Yves Mersch wird die Europäische Zentralbank ab der 9.KW 2011 ihre Warnungen vor einem Preisauftrieb verschärfen. Damit steigen dann wahrscheinlich die Leitzinsen, was den EURO als Anlagewährung attraktiver machen würde, so die Financial-Times-Deutschland. Die Unruhen im Nahen Osten zeigen, daß es nicht nur nicht klug war, auf Diktatoren wie Gaddhafi und Co. zu setzen, sondern das es auch nicht klug war, auf eine sichere Ölförderung zu setzen, wie es die Bundesregierung über Jahrzehnte getan hat. Wohlwissend, daß der Nahe Osten immer schon unberechenbar war, wurde auch die Tatsache, daß die Ölreserven langsam zu Neige gehen, immer wieder verdrängt, trotz mannigfacher Expertenwarnungen. Auf dem Gebiet der Billigimportkohle glaubt man an diese Mähr ja heute noch. Revierkohle hat die stets behauptete "sichere Energieversorgung" aus dem Ausland dagegen immer schon in Frage gestellt. Wir appellieren im Angesicht der unberechenbaren Entwicklungen im Nahen Osten daher erneut an die Bundesregierung: nehmen Sie die Entwicklungen ernst und denken Sie in 2012 über eine Revision Ihres Ausstiegsbeschlusses aus der Deutschen Steinkohlenförderung noch einmal in aller Ruhe nach. Jetzt ist noch Zeit dafür. Denn wenn das letzte Bergwerk schließt, wird es zu spät sein, da die Kohle dann unwiederbringlich absäuft. Das Nachsehen werden dann die Bürgerinnen und Bürger haben. Auch der Ausbau der regenerativen Energieträger wird sie dann vor stetig steigenden Strompreisen über einen langen Zeitraum nicht schützen. Das wollen Sie doch nicht wirklich zulassen, oder ?
vgl. hz.a. Financial Times vom 22.02.2011 und Revierkohle vom 28.02.2011

